Kurzfristige Flüchtlingsunterbringung und gebietsverträgliche Wohnbebauung

Die Konzept-Studie “Am Anzuchtgarten” auf einen Blick

In Zusammenarbeit mit der Initiative „Gemeinsam in Klein Borstel“ haben wir ein Konzept erarbeitet, dass die nachhaltige Bebauung des Anzuchtgartens in Klein Borstel vorstellt. Die Konzeptstudie wurde von einer Gruppe von Architekten aus dem Kreis der Anwohner und Mitgliedern von Lebenswertes Klein Borstel und Gemeinsam in Klein Borstel erstellt. Hierbei handelt es sich um keine vollständige Planung. Die grundsätzliche Idee der Konzeptstudie zielt auf eine kurzfristig realisierbare Flüchtlingsunterbringung und gebietsverträgliche Wohnbebauung in einem Stufenkonzept ab.

Phase 1:
Flüchtlingsunterkunft in dorfartiger Struktur mit Modulhäusern nach dem sogenannten Bremer Modell für 125 Personen auf der Teilfläche 1. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Anzuchtgartens dient während der Flüchtlingsunterbringung zu Verwaltungszwecken.

Phase 2:
Bestehende Flüchtlingsunterkunft für 125 Personen auf der Teilfläche 1  + Wohnungen im sozialen und freifinanzierten Wohnungsbau (gefördert und freifinanziert) auf der Teilfläche 2.

Phase 3:
Nach Beendigung der Nutzung erfolgt der Rückbau der Flüchtlingsunterkunft  und die Fläche steht ebenfalls für den Wohnungsbau zur Verfügung.    Insgesamt können so mittel- und langfristig bis zu 250 Personen am Anzuchtgarten ein neues Zuhause finden. Das ehemalige Verwaltungsgebäude  wird künftig als Stadtteil- und Jugendzentrum genutzt.

Die vollständige Konzeptstudie mit weiterem Bildmaterial und Ableitungen können Sie hier downloaden. Weitere Informationen finden Sie auch in unserer aktuellen Pressemitteilung.

 

En Detail: Ziele der Planung

  • An den Stadtteil angepasste nachhaltige, gemeinschaftsfördernde, städtebauliche Lösung als Basis für gelingende Integration (Übernahme städtebaulicher Kennzahlen aus B-Plan Ohlsdorf 12)
  • Stufenweise Mischung von Bevölkerungsstrukturen im Planungsgebiet
    (Flüchtlinge und Einheimische)
  • Refinanzierung der kurzfristigen Flüchtlingsunterbringung durch Splittung des Geländes in Teilflächen und schrittweisen Verkauf/Anhandgabe an Bauträger
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Bauphase 1
Referenzprojekt Bremen Hemelingen

Das Konzept erkennt die Notwendigkeit der Realisierung kurzfristiger Unterbringung von Flüchtlingen an und verbindet dies mit einer gebietsverträglichen, sozialgeförderten Wohnbebauung in einem Stufenkonzept. Deshalb sollen in einem ersten Bauabschnitt kurzfristig 125 Flüchtlinge in einem sogenannten Bremer Cluster („Übergangswohnheim Bremen – Modulbaulösung mit Dorfcharakter“) untergebracht werden. Der Cluster gilt als gelungenes Beispiel einer Folgeunterkunft wegen der

Kleinmaßstäblichen Gestaltung mit „Wohncharakter“
Gestalteten Unterkunft als Gegensatz zu anonymen Containeranlagen
Hof- und Atriumhäuser
Indentitätsstiftenden Gliederung in Einheiten
Nicht einsehbaren, halböffentlichen Freiräumen
– der Laubengangerschließung im Hof
Dezentralen Gemeinschaftsflächen
– Schrittweisen Übergang von öffentlichen zu halböffentlichen und privaten Flächen

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Bauphase 2

Bebauung der Teilfläche 2 mit einem Mix aus sozialem und frei finanziertem Wohnungsbau nach Architektenwettbewerb

– Offene, um Höfe angeordnete Bebauungsstrukturen
– typologisch analog zur angrenzenden Bebauung des Neubaugebietes
– Maß der Bebauung entsprechend dem Bebauungsplan Ohlsdorf 12 und somit
– max. 2 Vollgeschosse
– GRZ 0,3

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Bauphase 3

Rückbau der Flüchtlingsunterkunft auf der Teilfläche 1
Bebauung der Teilfläche 1 mit einer offenen Bauweise analog zur östlich angrenzenden Bebauungsstruktur:

– Maß der Bebauung entsprechend dem Bebauungsplan Ohlsdorf 12 und somit
– max. 2 Vollgeschosse
–  GRZ 0,3

Abschluss der städtebaulichen Entwicklungsphase 3

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Disclaimer:

Bei der vorliegenden Konzeptstudie des Vereins Lebenswertes Klein Borstel e.V. handelt es sich um keine vollständige Planung. Die Konzeptstudie soll vielmehr zeigen, dass die Realisierung einer kurzfristigen Flüchtlingsunterbringung und gebietsverträglicher, sozial geförderter Wohnungsbau in einem Stufenkonzept möglich sind. Die Darstellung von Grundideen mit beispielhaften Platzhaltern dient der Eröffnung eines konstruktiven Dialoges zur nachhaltigen Schaffung von Wohnraum auf der Fläche „Am Anzuchtgarten“. Alle gezeigten Baukörperanordnungen sind exemplarisch zu verstehen.